Zwei Jahre lang hatte sich Angel Heredia unter falschem Namen in einem Hotel in Laredo, Texas, versteckt, dann fand ihn die amerikanische Bundespolizei FBI doch. Ob er einen Trainer namens Trevor Graham kenne, ob er den Spitznamen "Memo" trage, was er über Doping wisse, das wollten die Agenten von Angel Heredia wissen. "Nein", "nein", "nichts", das waren seine Antworten, aber dann legten die Agenten die Abschriften der 160 abgehörten Telefongespräche auf den Tisch, die E-Mails auch und die Kontoauszüge, und Angel "Memo" Heredia wusste, dass er verloren hatte. Er entschied sich zur Mitarbeit, und er wusste auch, er würde nur eine Chance haben, wenn er nicht lügen würde, kein einziges Mal. "Er sagt die Wahrheit", das sagt heute einer der Ermittler über Heredia.

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SPIEGEL: Mr. Heredia, werden Sie sich das 100-Meter-Finale von Peking ansehen?

Heredia: Natürlich. Aber einen sauberen Olympiasieger werden wir nicht erleben. Nicht mal einen sauberen Teilnehmer.

SPIEGEL: Von acht Läufern ...

Heredia: ... werden acht gedopt sein.

SPIEGEL: Beweisen kann man das nicht.

Heredia: Es ist ohne jeden Zweifel so. Der Unterschied zwischen 10,0 und 9,7 Sekunden sind die Drogen.




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